Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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die, um Platz zu machen, ihre Fackeln im Kreiſe um die Köpfe ſchwenkten. Schreiend und ſcheltend fiel, ſtauchte und drängte dann die Menge zurück, um den nöthigen freien Raum zu gewähren, aber im nächſten Augenblick wogte ſie wieder vorwärts und ſchlug über der leeren Stelle zuſammen. Den beſten Theil hatten diejenigen erwählt, die an der Ecke eines der Seiten⸗ gäßchen Platz gefunden, denn ſie waren rückenfrei und hatten obendrein den Vortheil, durch die Häuſer vor dem Regen geſchützt zu ſein, deren Stockwerke immer eins über das andere weiter in die Straße herein ge⸗ baut waren, daß die Giebel ſich beinahe berührten und man ſich hier und da von den Dachluken aus ohne Schwierigkeit die Hände reichen konnte.

Dort hatten ſich verſchiedene Gruppen zu einander geſellt, die eine aus geringern Bürgern, die andere aus Kaufleuten und eine dritte aus Söhnen der Pa⸗ trizier und ſtädtiſchen Adelsgeſchlechter beſtehend, die ſich von jenen ebenſo fern hielten wie die Kaufleute von den Handwerkern. In der reichen und angeſehenen Reichsſtadt war jeder, auch der geringſte Theil ſich wohl bewußt, was er galt, und ebenſo ſehr darauf bedacht, ſeiner Geltung nicht einen Finger breit zu vergeben. Die Bürger waren einfach, aber gut ge⸗ kleidet, in der ſtadtüblichen Tracht, den dreiſpitzigen

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