Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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Gäßchen gleich einem aufgeſtauten Strome für Augen⸗ blicke brandend anhielt und nicht von der Stelle konnte. Beſonders gegen den Roßmarkt hin wälzte ſich das

Gedränge, denn von dort her blitzte und ſchimmerte

manchmal, wenn Wind und Wetter es geſtatteten, ein ſo heller Lichtglanz empor, als wollte die Nacht ſich plötzlich in Tag verwandeln.

Dort lag der Barkhauſiſche Hof, in welchem der Graf von Montijo, der Geſandte Spaniens bei der Kaiſerwahl, ſeine Behauſung aufgeſchlagen hatte: ein ſtattliches Gebäude mit langer, in zwei große Flügel und einen hohen Mittelpavillon getheilter Fronte, die, von unten bis oben dicht mit Girandolen, Transpa⸗ rents, Opferflammen und Gueridons bedeckt, einen immerhin prächtigen Anblick bot, wenn auch die im Sturm fortwährend erlöſchenden Lichter und Lampen immer friſch angezündet werden mußten und das Ge⸗ ſammtbild dadurch niemals zu einem ganzen geſchloſ⸗ ſenen Eindruck kam. Beharrlich trieb ſich davor die Menſchenmenge durcheinander; ſie konnte ſich an dem prächtigen Schauſpiel nicht ſatt ſehen und achtete es nicht, wenn auch durch das enge Gedränge die Wagen der Gäſte mit Vorreitern und Laternenträgern heran⸗ rollten und ſich eine breite Gaſſe brachen, oder wenn Sänften herangetragen wurden, umgeben von Läufern,

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