Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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kleidet, ſaß der Landſchaftsverordnete von Reindl in eifrig flüſterndem Geſpräch mit der Wirthin, die ihm gegenüber an der andern Seite des kleinen Tiſchchens Platz genommen hatte. Das Geſpräch wurde ziemlich laut und eifrig geführt, beſonders von Reindl. Frau Mundizia erwiderte nicht viel, aber in ihren lächelnden Mienen war zu leſen, daß ſie die huldigende Unter⸗ haltung des weltgewandten Mannes mit Wohlgefallen vernahm. Sie war in der That eine hübſche Frau von echt ſüdlicher Wärme und Lebhaftigkeit, nicht eine dunkle Brünette, wie man gewöhnlich die Italienerin⸗ nen denkt, ſondern von jener, vielleicht den Longobar⸗ den entſtammenden Art, die ſich durch das goldrothe Haar auszeichnet; ihre Stimme erklang einſchmeichelnd und ſanft, und wenn ſie die blauen Augen aufſchlug, blickte aus denſelben etwas wie ſehnſüchtige Trauer hervor, als ob, wie verſunkene Schätze auf dem Grunde der Flut, ein verlockendes Geheimniß hinter dieſem feuchten Schleier verborgen liege.

Nraiment, ſagte Reindl,wir Münchner ſind Ihnen im höchſten Grade obligirt! Welches agrément für uns, daß eine Dame wie Sie die considération gehabt, ein ſolches Café zu etabliren und uns ein Plaiſir, ein Amuſement zu bereiten, von dem man hier noch gar keine Idee gehabt hat. München iſt