Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Bald erklangen die leiſe ſchwirrenden Saiten unter den kunſtfertigen Händen des Kapellmeiſters und die Königin ſang die einfache, aber zum Herzen dringende Cantilene mit einer Stimme, ſo voll und rein, daß ſie ſich anhörte wie eine angeſchlagene Glocke; ſie ſang mit ſolcher Kunſt und Innigkeit des Ausdrucks, daß Herzog Franz, als ſie geendet, ſie vor allen Anweſen⸗ en zärtlich in die Arme ſchloß, der entzückte Maeſtro aber, ſeiner nicht mächtig, ſich auf ein Knie niederließ und die Hand der Königin ergriff, um ſie an den Mund zu führen.

Nun, was macht Er denn, Er närriſcher Menſch? ſagte ſie lächelnd.Mache Er mir nichts weiß, mit meiner Stimme iſt es nicht weit mehr her, das weiß ich beſſer!

Majeſtät, ſagte der Maeſtro,es iſt nicht allein der Stimm', la voce assoluta, was machen der Ge⸗ ſang, ſein die expressione! Ich wollte, Majeſtät ſän⸗ gen ein einziges Mal auf dem Theater für mich, dann wäre ich ein reicher Mann! Jetzt aber weiß ich unge⸗ fähr, wie es ſein wird, wenn ich einmal ſterbe und dann im Himmel wieder aufwache und die Engel ſin⸗ gen höre. 3

Ich weiß doch eine ſchönere Muſik, ſagte Maria Thereſia mit zärtlichem Blick zu ihrem Gemahl, während