Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Du kannſt Dir denken, was ſie ſchreibt, fuhr der Herzog fort,immer die alten Vorwürfe! Sie kann es nicht verſchmerzen, daß ich mein Lothringen um Toscana hingegeben. Dieſe That zeige, ſchreibt ſie, daß ich weder ſie, noch mein Haus, noch mein Land jemals geliebt; deſto anhänglicher werde ſie demſelben ſein! Ich würde nirgends ſolche Unterthanen finden wie die Lothringer, die unſerm Haus durch ſieben Jahrhunderte unerſchütterlich angehangen, und würde es noch einmal bitter bereuen, daß ich ſie aufgegeben, um als länder⸗ loſer Fürſt von Oeſterreichs Gnaden zu leben.

Nein, nein! rief Maria Thereſia in zärtlicher Aufwallung, indem ſie ihren Arm um ſeinen Nacken ſchlang.Das wirſt Du nicht, Franzl. Du wirſt es nicht bereuen, daß Du das gethan. Du haſt ja Dein ſchönes, liebes Lothringen nicht für Toscana hinge⸗ geben, Du haſt es um meinetwillen gethan. Nicht wahr? Das wirſt Du nie bereuen, nie?

Gewiß nicht, Thereſe, entgegnete der Herzog herzlich,aber ganz unbegründet ſind die Vorwürfe meiner trefflichen Mutter doch nicht. Toscana iſt mir fremd; was ſoll ich dort, wo man mich nicht vermißt? Und die Rolle, die ich hier ſpiele, iſt nicht die ange⸗ nehmſte. Ich bin wirklich ein länderloſer Fürſt, nichts

als der Gatte Maria Thereſia's!