248 zu ſchlagen. Ich rathe daher, man ſoll die preußiſchen Bedingungen weder annehmen noch ablehnen, ſondern immer neue Vorſchläge machen und ſo warten, bis der rechte Augenblick da iſt!“
„Er iſt anderer Meinung, Bartenſtein“, ſagte Maria Thereſia nach einer Weile,„ich ſeh' es Ihm an und will auch Ihn hören.“
„Wenn mir vergönnt iſt, auch meine unbedeutende Stimme in dieſem erleuchteten Kreiſe vernehmen zu laſſen“, entgegnete dieſer beſcheiden,„ſo bezweifle ich, daß bei der Lage, in der wir uns befinden, beſſere Bedingungen zu erreichen ſind. Wenn wir uns nicht durch den Frieden mit Preußen freie Hand ſchaffen, werden wir nicht im Stande ſein, eine Heeresmacht zu entwickeln, welche dieſer ſpätern Aufgabe gewachſen wäre! Inzwiſchen gewinnen auch die andern Feinde, die den Degen noch in der Scheide, aber die Hand am Griff haben, Zeit, ihre Kraft zu ſammeln und zu ver⸗ einigen. Und wie dann, wenn der König von Preußen den Grund unſeres Zögerns durchſchaut, die Geduld verliert und die Unterhandlungen abbricht, wenn er vielleicht anderswo beſſere Aufnahme für ſeine Vorſchläge ſucht?“
„Unmöglich! Bei wem ſollte das ſein? Er iſt völlig iſolirt!“ riefen die Räthe durcheinander, ohne daß Bartenſtein ſich beirren ließ.
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