Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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daß ich den Herrn ſo lange habe ſtehen laſſen, fuhr ſie, zu dem Fremden gewendet, unter vielen Knixen fort, während der Maurer, gleich als könne er ſich von dem Anblick nicht trennen, am Fuße der Treppe ſtehen blieb und unverwandt den jungen Mann be⸗ trachtete.Was befehlen Euer Gnaden? Womit kann ich aufwarten? O wenn's das iſt, dann wollen Sie nur die Gnad' haben und in den Garten hinaus ſpa⸗ zieren, ſchwatzte ſie weiter, als der Fremde erwiderte, daß er vom Doctor Grünwald erwartet werde.Das iſt freilich was Anderes. Seine Gnaden der Herr Obermedicus ſind eben erſt von der Morgenviſite von Patienten heimgekommen. Da ſind ſie ſonſt nicht zu ſprechen, aber wenn er den Herrn erwartet, dann gehe der Herr nur durch das Gitter, den mittleren Weg immer grad' aus, bis in die Klauſen, da ſitzen Seine Gnaden und leſen! Und ich bitte Sie halt noch⸗ mals unterthänigſt, nehm' mir's der Herr nur ja nicht übel auf, daß ich den Herrn nicht begleiten kann, aber ich muß dem Maurer Michel nach; wenn man nicht über⸗ all ſelbſt dabei iſt, geſchieht Alles verkehrt. Sie glau⸗ ben nicht, junger Herr, wie wenig man ſich auf die Leute verlaſſen kann! Der Michel iſt wohl ein ganz tüchtiger Maurer, aber er iſt ſtumm und Niemand kann ſich mit ihm ſo gut verſtändigen wie ich.