Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Der Fremde hatte inzwiſchen bereits das Eiſen⸗ gitter geöffnet und ſtand in einem nicht großen, aber mit Geſchmack und Geſchick benutzten viereckigen Raum, der, obwohl nach allen Seiten von hohem Gemäuer umgeben, doch die Täuſchung einer viel größeren Aus⸗ dehnung gewährte und das angenehme Gefühl hervor⸗ rief, daß es hier wirklich gelungen, mitten in der bevölkerten und lärmvollen Stadt eine Zufluchtsſtäet einſamer Stille und gedankenreicher Zurückgezogenheit zu ſchaffen. Der junge Mann hatte ſchon beim Ein⸗ tritt ins Haus lebhaften Antheil an Allem, was er ſah, gezeigt, der Anblick des Gartens ergriff ihn noch mehr; tief bewegt blieb er an dem Steinrande eines Springbrunnens ſtehen, in deſſen Mitte ein Triton auf einem Delphin ritt und wie in kindiſcher Freude über die Waſſerſtrahlen, die dieſer hoch über ihm empor⸗ ſpritzte und dann als Tropfenregen wieder niederfallen ließ, übermüthig jubelnd in ſein gewundenes Muſchel⸗ horn blies. Es war, als ob der Anklick ferne Erin⸗ nerungen und Bilder in ihm erweckte; wie mit Gewalt

nußte er ſich losreißen, und es wan gut, daß die ver⸗ ſchlungenen Wege ihm Zeit zur Sammlung vergönnt hatten, ehe er den hinterſten Theil des Gartens betrat, der wie eine Art waldigen Hintergrunds die vordere im franzöſiſchen Geſchmack gehaltene Anlage abſchloß,