Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

ſprechen, und vermöge es nicht. Die Bewegung ging aber ebenſo ſchnell vorüber, als ſie gekommen war, und ein freundlicher Ausdruck heiteren Wohlgefallens breitete ſich über das ehrliche Geſicht des Alten; mit ſtrahlenden Augen legte er den Zeigefinger an den zum Lächeln verzogenen Mund, um anzuzeigen, daß er nicht reden könne, und deutete mit der andern Hand auf das Thor, das ſich eben vor ihnen aufthat. Sie traten in eine weite gewölbte Einfahrtshalle, welche ſich durch die ganz anſehnliche Tiefe des Hauſes hinzog, am Ende von einem ſchönen Eiſengitter abgeſchloſſen, durch deſſen Stäbe Sonnenſchein, Blumenglanz und Laubgrün lachend und lockend hereinblickten. Damals beſtanden die vielen Hintergebäude noch nicht, jedes größere Haus hatte hinter ſich ſeinen Hofraum und nach dieſem einen Garten, der nicht ſelten bis in die nächſte Straße reichte.

Eine Frau, die geſchäftig die Treppe herunter⸗ kam, begrüßte eilfertig den Maurer.Iſt Er end⸗ lich da, Maurer Michel? ſagte ſie.Das iſt recht! Es iſt die höchſte Zeit, daß Er kommt, ich haͤbe ſchon dreimal nach Ihm geſchickt; im Dach muß etwas ſchadhaft ſein. Beim letzten Gewitter hat's durchgeregnet, als wenn man mit Scheffeln gegoſſen hätte! Gehe Er nur voran, ich

komme gleich nach. Nehme es der Herr nicht ungnädig 1*