Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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willen nicht, es waren keine argen Gedanken, die mich bewogen, ſo feſt zu Ihr hinaufzuſchauen. Die Jungfer kennt vielleicht ihre eigene Schönheit nicht, und dann ſie ſaß an dem Fenſter ſo blaß, ſo ernſthaft, ſo in die tiefſte Seele betrübt, daß ich meinte, ich müßte hinzutreten und fragen: Kranke Seele, was leideſt du? Kann ich dir nicht Troſt geben, wenn ich viel⸗ leicht auch nicht helfen kann? Die Jungfer hat gewiß ein ſchweres Leid auf dem Herzen.

Kann leicht ſein, erwiderte ſie, und Thränen ſchoſſen ihr unwillkürlich in die Augen.Wer hat das nicht? Es hat ein Jedes ſein Bündel Leid zu tra⸗ gen. Aber ich meine, ich höre nichts mehr, die Schreier werden ſich wohl verlaufen haben; es iſt Zeit, daß ich heimgehe und auch der Herr wird wieder ſeine Wege gehen wollen. Ich weiß freilich nicht, wohin er jetzt will und wohin er gewollt hat, als er am Falkenhof vorbeikam, aber es iſt immer beſſer, wenn wir nicht bei der nämlichen Thür hinausgehen.

Ich wollte einen Landſitz aufſuchen, entgegnete der junge Mann,der in dieſer Gegend liegen ſoll und der Jungfer wohl bekannt ſein wird; er heißt Pilgers⸗ heim.

Den kenn' ich freilich, entgegnete das Mädchen. Aber wen ſucht der Herr dort? Solang' ich denken