Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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mannshauſe das gegenüberliegende ſchmale und nie drige Nebengebäude überblicken und überwachen konnte, worin neben den Käfigen der Vögel und den Hunde⸗ ſtällen auch die Stuben für die Falkner und die Räume zur Aufbewahrung des Jagdgeräthes angebracht waren.

Der Fremde ſtand beobachtend ſtill, theils weil ihm das Falknereigebäude gefiel, theils war es, als ob er ſich an einem Orte, den er nie geſehen, nach der Beſchreibung zurecht zu finden oder alte Erinnerungen zu ſammeln und zu wecken ſuche.

Bald geſellte ſich auch ein anderer Beweggrund des Verweilens hinzu.

Der Spähende wurde an einem geöffneten Fenſter des Falkenhofes einen weiblichen Kopf gewahr, deſſen eigenthümliche Lieblichkeit ihn mit ſo unwiderſtehlicher Gewalt berührte, daß er wie gebannt ſtehen blieb und ſein Vorhaben ganz zu vergeſſen ſchien. Unverwandt hing ſein Auge an dem bleichen, von wehmüthiger Trauer wie von einem Schleier umflorten Angeſicht, dem die geſenkten Augenlider und das geneigte Köpf⸗ chen faſt das Anſehen einer ſchmerzhaften Madonna gaben; wohl beſann er ſich bald, daß dieſes Anſtarren ſich nicht gezieme und das Mädchen verletzen könne; aber kaum hatte er ſich abgewendet und einen Schritt vorwärts gethan, als von unwiderſtehlicher Macht ge⸗