35
gen haben; die baieriſche Jeſuitenprovinz ſoll ſehr ergiebig ſein.“
„Es iſt auch nicht die Summe“, fuhr der Pater fort,„es iſt der Grundſatz, um den es ſich handelt. Bisher haben wir unſere geiſtliche Immunität unange⸗ fochten aufrecht erhalten und möchten das auch für die Zukunft. Der Orden iſt ſehr gern bereit, Seiner Durchlaucht die dreifache Summe auszubezahlen, aber als Vorlehen und nicht als erzwungene Contribution.“
„Und warum“, fragte der Erzbiſchof,„warum wendet ſich der Pater mit ſeinem Anliegen nicht an Seine Durchlaucht ſelbſt? Der Kurfürſt iſt ja ſein Beichtſohn.“
„Allerdings“, erwiderte der Pater fromm;„aber es würde meinem Gewiſſen widerſtreben, dieſe Stellung, die heiligſte, die es geben kann, zu ſolchen Zwecken zu benutzen und zu entweihen.“
Der Kölner Kurfürſt wendete ſich und ſah den Pater einen Augenblick von oben bis unten an.„Das wundert mich“, ſagte er;„das ſtimmt nicht zu dem, was man ſonſt von Seinem Orden erzählt. Wenn ich nicht irre, iſt es ja gerade ein Hauptvorwurf, den man den Jeſuiten macht, daß ſie um des Zweckes willen ſich vor keinem Mittel ſcheuen. Aber es iſt im⸗ merhin ſchön, hochwürdiger Herr, was Er mir da


