Schmuckloſigkeit einen lebhaften Gegenſatz zu der reichen in allen Farben erglänzenden Verſammlung. Der nahe⸗ zu viereckige Saal war an Wänden und Decke mit dunkel eingelaſſenem Eichenholze getäfelt, und der Kron⸗ leuchter mit ſeinen zahlreichen Armen von ſchimmern⸗ dem venetianiſchem Glaſe vermochte ebenſo wenig den feierlichen Ernſt dieſer Ausſtattung zu überwinden als die zahlreichen auf der Tafel aufgeſtellten Armleuchter. Aus einer runden Niſche ſah ein auf Goldgrund ge⸗ maltes Kreuzbild, offenbar das Werk eines alten by⸗ zantiniſchen Meiſters, wie verwundert auf die lang geſtreckte Tafel herab, auf welcher ſilberne Platten, Schüſſeln und Aufſätze in keineswegs klöſterlichem Schimmer erglänzten, Beſtandtheile jenes großartigen Silberſchatzes, den Kurbaiern beſaß und deren, wie es mit Stolz rühmen konnte, nur noch zwei an den übrigen Höfen Europas vorhanden waren. Dazwiſchen waren koſtbare Früchte, wie die milde Luft jenſeits der Alpen ſie reift, in ſolcher Fülle aufgeſtellt, als wären ſie draußen von den Tannen zu pflücken; die edelſten Weine ſchäumten in klaren, vielgeſtaltigen Glä⸗ ſern und Kelchen, und die Ueberreſte der Speiſen, die hier und da noch auf den Platten lagen, ließen erken⸗ nen, daß auch das Mahl ſelbſt weder an Reichthum noch an Koſtbarkeit hinter ihnen zurückgeblieben war.
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