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5ö.
Mädchen mit einer Stimme, deren ungeſucht natürli⸗ cher und herziger Ton den Hörer unwillkürlich gewann. „Es iſt ja nichts Unrechtes! Ich möchte nur die Mu⸗ ſik etwas näher hören; horcht nur, wie ſchön ſie ſpie⸗ len! So was hab' ich nie gehört; es iſt gerade, als wenn es aus der andern Welt herüberkäme.“
„Wenn's weiter nichts iſt“, entgegnete der Gärt⸗ ner,„die Muſik kannſt Du auch in der Stube durch das offene Fenſter hören, aber ich kenne Dich ſchon! Wenn ich ja ſagte, käm' es vom Horchen zum Sehen, und wenn ich den Finger gäbe, verlangteſt Du die ganze Hand.“
„Nun, und wär' denn das ſo was gar Schreck⸗ liches?“ fragte das Mädchen lachend entgegen.„Wie ich noch daheim war bei Vater und Mutter, in unſerer hübſchen Forſtnerei am Würmſee, hat mich der Vater gar oft mitgenommen, wenn's Kirchweih' gab in den Dörfern am See und auf den Hügeln ins Land hinein. Da hab' ich auch zugehört, wie ſie aufgeſpielt haben mit Schwegelpfeife, Geige und Brummbaß, und
hab'’ zugeſehen, wie die jungen Burſchen mit den Mä⸗
dels tanzten, bis der helle lichte Tag heraufkfam. Das hat mir gar wohl gefallen! Freilich bin ich ſeitdem ein Waiſenkind geworden; ich kriege nichts Solches mehr zu hören beim Vetter und bin immer eingeſperrt wie


