Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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Thür und blieb lauſchend auf den Stufen ſtehen, die vom Hauſe in den mit Frühbeeten und Treibkäſten ge⸗ füllten Vorgarten hinunterführten. Die Thür des Häuschens hatte ſich jedoch kaum geſchloſſen, als ſie raſch wieder aufging und ein kräftiger, unterſetzter Mann heraustrat, der das Mädchen raſch am Arme faßte und anhielt.

Wo willſt Du hin? Komm hereinKordel, rief er mit unwilliger, rauh klingender Stimme,Du haſt nichts verloren da draußen in der Nacht.

Das Mädchen wendete ſich dem Manne zu; der Mond warf ſein volles Licht auf beide, ſowie auf eine Frau, welche in der lichtbeſchienenen Thürſpalte ſichtbar wurde, offenbar abwartend, welche Wendung das Geſpräch nehmen würde, um ſich dann nach Gut⸗ befinden in daſſelbe einmiſchen zu können. Der Mann war ſchlicht gekleidet, und die grüne Schürze, die er über dem Arbeitsgewande trug, kennzeichnete ſeinen Stand: es war eine derbe, aber gutmüthige Erſchei⸗ nung, und der Unwille, der ſich in den verwitterten, etwas ſcharf ausgeprägten Geſichtszügen ausdrückte, war nicht bösartig, ſondern von jener polternden Gat⸗ tung, die ſich ſelber darüber grollt, daß ſie zum Un willen Urſache hat. Auch die Frau trug die ärmliche

Tracht gewöhnlicher Arbeitsleute; ihr Geſicht war rund *