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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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Deutſchlands Euch einen Gemahl nach Eurem Herzen waͤhlen, und derſelbe hat keine andern Bedingungen zu erfuͤllen, als daß er ſich don Tannenburg ſchreibe. Moͤge ſo der ruhm⸗ wuͤrdige Name von Tannenburg ſich noch auf Enkel⸗ und Uhrenkelſoͤhne forterben, und dieſes edle Geſchlecht noch lange ein Segen der Erde bleiben! Edelbert war von dieſer ausgezeichneten Gnade des Kai⸗ ſers tief geruͤhrt. Roſa, die ſich einer ſolchen Auszeichnung nicht wuͤrdig hielt, konnte kaum Worte finden, ihren Dank auszudruͤcken. Der Wunſch des Herzogs aber ward in der Fols vollkammen erfuͤllt. Viele edle junge Ritter bewarben ſich um Roſa's Hand; ſie aber waͤhlte den edelſten unter allen Sdelbert, den füngſten Sohn des Herzogs, mit dem ſie auch in der gluͤcklichſten Ehe lebte. Doch dieß geſchah erſt nach einigen Jahren. Jetzt aͤußerte der Herzog, daß er nach beendigter Tafel noch den Brunnen und die Kapelle zu ſehen wuͤnſchte. Hil⸗ degard ordnete ſogleich an, daß der Eimer des Brunnens,

kcerzen umgeben werde, um die dunkle Tiefe des Brunnens z beleuchten.

Brunnen, lobte deſſen kunſtreiche Bauart und ſprach, indem er den Kranz von ſchimmernden Lichtern immer tiefer hinab ſinken ſah: Wahrhaftig, mein wertheſtes Fraͤulein! mich wun⸗

wagen. So lange dieſe Burg ſteht, wird man von dem kuͤh⸗ nen Fraͤulein von Tannenburg reden. Ihr habt Entch an die⸗

Helden kaum eines zu Theil wird.

macht und der Barmherzigkeit Gottes. Ich fuͤhle es in dieſem Augenblicke da ich hinab ſehe, nur zu wohl, daß der Muth, niicch hinab zu wagen, nicht in mir lag. Gott hat mir den

bevor man ih hinab ließe, rings mit brennenden Wachs⸗

Der Herzog begab ſich mit der ganzen Geſellſchaft zu dem

derts, wo ihr den Muth her genommen, Euch da hinab zu

ſem Brunnen ein Denkmal geſtiftet, desgleichen dem groͤßten

Ach nicht doch, gnaͤdigſter Herr! ſagte das anſpruchsloſe Fraͤulein; der Brunnen ſey vielmehr ein Denkmal der All⸗

Muth eingehaucht. Gott hat den Knaben gerettet. Nur Ihm,