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Thorwaͤrter ſaß eben in dem großen Lehnſeſſel der Thorſtube, um von der Reiſe auszuruhen. Als er Kunerichs Stimme vernahm, ſprang er auf und oͤffnete die Thuͤre. Da ſtand Roſa vor ihm.
„Je, Roͤſe, rief er— doch verzeiht! Fraͤulein Noſa wollt ich ſagen. Je, je, was habe ich an euch erleben muͤſſen! Aber kommt mit der gnaͤdigen Herrſchaft doch erſt herein in die Stu⸗ be.— So!— Ja, ja! ich haͤtte mir eher eingebildet, der Himmel werde einfallen, als daß ich geglaubt haͤtte, mein Dienſtmaͤdchen ſey ein Fraͤulein von Tannenburg. Ich kann es faſt jetzt noch nicht glauben, daß ein gnaͤdiges Fraͤulein den reinlichen Stubenboden auf dem ich ſtehe, aufgefegt haben ſoll. Und doch muß ich mich wieder wundern, daß ich Dumm⸗ bart es nicht fruͤher merkte, Ihr ſeyet Ritter Edelberis Tochter. Geſtern Abends, als auf einmal unter den verwundeten Kriegs⸗ leuten draußen im Schloßhofe uͤber dieſe ſeltene Geſchichte der große Laͤrm entſtand, und ich ſie von ihnen vernahm, gieng mir ein Licht auf. Darum waret Ihr gegen den gefangenen Ritter ſo voll Mitleid! Nun, nun, ich lobe Eure kindliche Liebe, und Gott und mein geſtrenger Ritter hier haben Euch, wie ich ſehe, dafuͤr belohnt.— Aber meine Hedwig, was erſt die fuͤr Augen machte! Das iſt gar nicht zu ſagen. Sie kam faſt von Sinnen; ſie rieß ſich faſt den Kopf ab! Nun, ſie mag die Grobheiten, die ſie Euch, gnaͤdiges Fraͤulein, ange⸗ than hat, Euch ſelbſt abbitten.“
Die zwei Kinder des Thorwaͤrters ſtanden ſcheu in einer Ecke. Roſa gieng zu ihnen hin und redete mit ihrer gewohn⸗ ten Freundlichkeit mit ihnen. Da bekamen die Kinder wie⸗ der Muth.
Die kleine Bertha ſagte:„Du biſt aber jetzt praͤchtig ge⸗ putzt, Fräͤulein Röſe; alles iſt ſchoͤn und neu an dir, ſogar dein Geſicht.“
Der kleine Othmar ſprach: Das iſt kein Fehler! Das laſſe ich mir gern gefallen, wenn nur Fraͤulein Roͤſe unſre Magd bleibhr; denn eine ſo gute bekommen wir doch in unſe⸗ rem Leben nicht mehr.“
Kunerich und alle ebrigen lachten, Noſa fragte hierauf
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