und glaͤnzend, und nicht nur viele vollſtaͤndige ſchimmernde Harniſche fuͤr Ritter, ſondern ſogar einige fuͤr die Roſſe aufgeſtellt waren. Dann fuͤhrte ihn Kunerich in der ganzen Burg herum, und machte ihn in den gewoͤlbten Gaͤngen, durch die ſie kamen, beſonders auf die kuͤnſtlich gearbeiteten und bemalten Hirſch⸗ koͤpfe aufmerkſam, die natuͤrliche Hirſchgeweihe von zehn bis zwanzig Enden aufhatten. Nun zeigte Kunerich ihm ſeine Stal⸗ lungen, und die muthigen, wohlgenaͤhrten Pferde. Auch in den hochgewoͤlbten Felſenkeller mußte Edelbert hinab ſteigen⸗ die großen Faͤſſer bewundern, und von den beſten Weinen, er mochte nun wollen oder nicht, verkoſten. Zuletzt beſuchten ſie den Brunnen im Schloßhofe. Beide Ritter ſchauten nicht ohne ſchauerliches Gefuͤhl hinunter. Edelbert freute ſich aufs neue der edeln That ſeiner Tochter; Kunerich ſeines geretteten Soh⸗ nes. Beide Vaͤter umarmten ſich an dem Brunnen und dankten Gott fuͤr die gelungene Rettung.
Frau Hildegard hatte indeſſen dem Fraͤulein ihre ganze Hauseinrichtung— die mit blendend weißer Leinwand gefuͤllten Kaͤſten, ihre ſehr ſchoͤnen und reichen Stickereien, die große blinkende Kuͤche, und manches andere Merkwuͤrdige gezeigt. Zuletzt oͤffnete ſie noch einige Kaͤſten, die in einer beſondern Kammer ſtanden, und in denen ſich alles befand, was Ku⸗ nerich an feiner Leinwand, ſchoͤnen Kleidern und dergleichen von Tannenburg nach Fichtenburg gebracht hatte.„Ich habe es indeſſen auf das ſorgfaͤltigſte aufbewahrt, ſagte die edle Frau, und werde es unverzuͤglich auf Eure Burg bringen laſ⸗ ſen. Die ſchoͤnſten dieſer Stuͤcke hat, wie man mir ſagte, Eure ſelige Mutter mit eigenen Haͤnden verfertiget. Sie zeu⸗ gen noch von ihrem unermuͤdeten Fleiße und von ihrer Liebe zu Euch. Schon damals war die liebevolle Mutter fuͤr Eure Ausſtattung beſorgt. Kein einziges unrechtmäßiges erworbenes Stuͤck, wie ich ſehr wohl weiß, befindet ſich darunter. Dar⸗ um ruht auch ein Segen darauf, und darum, denke ich, konnten ſie Euch nicht auf immer genommen werden!“
Roſa wollte hierauf die Thorſtube noch einmal beſuchen⸗ Frau Hildegard begleitete ſie. Als ſie uͤber den Schloßhof
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aengen, geſeliten Edelbert und Kunerichtſich zu ihnen. Der 0


