Kunerich beſchloß mit den Worten:„Alle Eltern ſollen ſo viele Freude an ihren Kindern erleben, als Edelbert an ſeiner Dochter!“
Neunzehntes Kapitel. Roſa und ihr Vater erhalten ihre Guͤter zuruͤck.
Am andern Morgen ſehr fruͤh kam Kunerich in Reiſekleidern, geſtiefelt und geſpornt, in Edelberts Zimmer.„Edelbert, rief er, ich habe ſchon lange meine Leute aus den Federn gejagt und eben ſatteln laſſen. Ich wollte ſpornſtreichs mit dir nach Tan⸗ nenburg reiten, und dir deine Burg und deine Guͤter wieder zu⸗ ruͤck geben. Allein meine Hildegard meynte, das Schloß, in dem eine Zeit her blos die Reitersknechte wirthſchafteten, duͤrfte nicht am beſten ausſehen; man muͤſſe es zuvor in Ordnung brin⸗ ven. Darin, ſagte Kunerich lachend, mag ſie wohl recht haben; mir waͤre es aber nicht eingefallen. Bleibe alſo mit deiner Roſa noch eine Weile bei mir, lieber Edelbert! du haſt viele traurige Tage in dieſen Mauern zugebracht; laß uns daher nun auch einige freudige Tage zuſammen leben.“
Edelbert war mit dem Vorſchlage ſehr zufrieden. Kunerich gieng mit ihm in den großen Saal. Siegebert und Theobald fanden ſich mit ihren Edelknechten auch bald ein. Alle ſetzten ſich zuſaminen an die Tafel zum Fruͤhſtuͤcke. Hierauf nahmen die zwei fremden Ritter, die ſich nach Hauſe ſehnten, von Ku⸗ nerich und Edelbert Abſchied, und zogen mit ihren Kriegsleuten, die im Schloßhofe ihrer warteten, ab. Kunerich aber ſagte zu Edelbert:„Nun mußt du vor allem meine Burg beſehen; nach Tiſche reiten wir dann auf die Jagd. Zuerſt ſieh einmal die Bildniſſe meiner Ahnen an, mit denen dieſer Saal geziert iſt. Edelbert betrachtete die alten Nitter, die alle im Har⸗ niſche, und deren Frauen, die in alterthuͤmlicher Tracht abge⸗
malt waren. Bei den meiſten blieb Kunerich ſehr lange ſtehen,
und wußte vieles von ihnen zu erzaͤhlen. Hierauf zeigte Kune⸗ rich ihm die Ruͤſtkammer, in der Waffen aller Art, alle blank
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