Peitſchen auf die Roſſe— und mit wilder Eile ritten und fuhren alle davon. Roſa lief in Sturm und Regen nach, bis ihre Kraͤfte erſchoͤpft waren und der Zug endlich aus ihren Augen in Wald und Nacht verſchwand.
uͤnftes Kapitel.
Roſa nimmt ihre Zuflucht zu einem ar⸗ men Koͤhler.
Doſa, die felten, ohne Begleitung aber niemals aus dem Schloſſe gekommen war, befand ſich nun bei finſterer Nacht im weiten Felde, bei Sturm und Regen unter freiem Himmel einſam und allein. Sie wußte nicht, wo an und wo aus. Sie ſuchte lange vergebens nach einem trocknen Plaͤtzchen, wo ſie ſich hinſetzen, und den Dag erwarten koͤnnte. Endlich kam ſie an ein dichtes Gebuͤſch von jungen Tannen, in dem ſie gegen die Naͤſſe und den Sturm einigen Schutz fand. Furcht fuͤhlte ſie keine, hier ſo allein zu uͤbernachten. Ihr Kummer ließ ſie wenig auf die Schreckniſſe dieſer ſchauerli⸗ chen Nacht achten. Sie hatte keinen andern Gedanken, als ihren Vater, und weinte, jammerte, betete— daß es einen Stein haͤtte ruͤhren koͤnnen. Als der Morgenhimmel anfieng grau zu werden, kroch ſie aus dem Dickicht hervor, und blickte um ſich. Sie ſah den Thurm ihrer vaͤterlichen Burg, ſchon etwas vom Morgen⸗ lichte erhellt, aus den Tannenſpitzen des Berges hervorragen, und brach aufs Neue in Thraͤnen aus.„Wie gern, ſprach ſie, moͤchte ich meine vaͤterliche Wohnungen noch einmal beſuchen! Vielleicht traͤfe ich noch einen von den treuen Die⸗ tern meines Vaters an, der ſich meiner erbarmte, und mir zu dem guten Burkhard den Weg zeigte. Allein die Woh⸗ n ic geboren und erzogen worden, iſt nun fuͤr mich wohl auf immer verſchloſſen. Kaum war ich zum Thore
e das TDyor verriegelt, und die Fallbruͤcke m vaͤterliche Burg iſt fuͤr mich nun in eine


