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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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ͤͤſͤſͤͤſſſſ

als ſaͤhe ſie bei dem roͤthlichen Scheine der erſtorbenen Gluth blos ſein Bild im Traume. Durch das ganze Schloß hin hallte der wude Laͤrm der pluͤndernden und zechenden Feinde. In der Stube war es aber ſo ſtille und duͤſter, wie in einer Todtengruft, die nur von einer ſchwachen, truͤben Lampe erhellt iſt. Nur Roſa ſeufzte zuweilen ſchwer auf, und rief wehmuͤthig:Die Hand, die ſo oft die Unſchuld rettete, zu feſſeln! Sogar den verwundeten Arm in Ketten zu ſchla⸗ gen! O Gott, hilf Du! Dann ſchwieg ſie wieder und konnte nichts als ſchluchzen.

Edelbert brach endlich das Stillſchweigen.Faſſe dich,⸗ liebes Kind, ſprach er, und trockne deine Thraͤnen! Dieſes Leiden hat Gott geſendet. Laß uns ſeine Hand kuͤſſen, auch wenn ſie uns ſchlaͤgt. Er thut nur weh, um wohl zu thun. Er wird auch dieſen harten Schlag zu unſerm Beſten lenken. Wir ſind in Gottes Hand; gegen ſeinen Willen kann uns nichts geſchehen. Sogar unſere Feinde koͤnnen nichts als an unſerem Beſten mitarbeiten. Im Vertrauen auf Gott wollen wir alſo feſt ſtehen. Ja ich glaube, mein Wohl ſteht jetzt feſter gegruͤndet, als vorhin. Vorhin traute ich zu viel auf die Gnade des Kaiſers und auf die Gunſt des Her⸗ z08s. Allein dieſe haben jetzt mit ſich ſelbſt zu thun, und

koͤnnen ſich kaum ihrer maͤchtigen Feinde erwehren. Ich ver⸗

ließ mich wohl gar auf Stein und Eiſen, auf Mauern und Riegel; jetzt verlaſſe ich mich auf Gott allein. Er ſey von nun an mein einziger liebreicher und treuer Beſchützer und meine feſte Burg..

Wir werden nun bald ſcheiden muͤſſen, liebſte Tochter! ſagte er nach einer Weile, und umſchlang ſie mit ſeinem lin⸗ ken Arme, weil der rechte Arm mit der ſchweren Kette bela⸗ den war, und die Wunde davon ihn aufs neue ſehr ſchmerzte.

O rede doch nicht vom Scheiden, liebſter Vater! rief Roſa, ihm um den Hals fallend. Aus deinen Armen ſollen ſie mich nicht reiſſen! Ich gehe mit dir in das Gefaͤngniß

nnd in den Tod.

Nein, liebe Roſa, ſprach der Pater ruhig, das wird

Kunerich nie gigehen, daß du bei mir bleibeſt. Dieſen Troſt

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