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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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3 unrd ſtarb wie eine Heilige! Sie hat nun uͤberwunden. Gott 4 nehme uns einmal auch ſo ſanft zu ſich, und fuͤhre uns mit ihr dort oben wieder zuſammen!

Die Trauer des guten Edelberts und der betruͤbten Roſa

in dieſer Nacht, den folgenden Tag, und bei dem Leichen⸗ begaͤngniſſe war unbeſchreiblich. Die ganze Gegend weit und breit trauerte mit ihnen. In jedem Hauſe, jeder Huͤtte ihrer Unterthanen, war ein Jammer ihrer, als waͤre ihnen die eigene Mutter geſtorben. Der ehrwuͤrdige Abt beſtattete die Leiche zur Erde. Er fieng an, zu der unzaͤhligen Menge von Menſchen, die ſich bei dem Leichenbegaͤngniſſe eingefun⸗ den hatte, zu reden. Das allgemeine Schluchzen wurde bald ſo laut, daß man die Stimme des Greiſes nicht weiter ver⸗ nahm. Er ſelbſt brach in Thraͤnen aus. Er winkte mit der Hand, ſtille zu ſeyn, und ſagte nichis mehr, als die Worte: Wo die Thraͤnen ſo laut ſprechen, muß ich ſchweigen! Laß uns ſo leben, daß auch an unſerem Grabe ſo Thraͤnen flie⸗ 1 ßen; Laßt uns hier reichlich ausſaͤen, wie die Verklaͤrte ſo werden wir dort auch reichlich einaͤrndten

Drittes Kapitel. Roſa verpflegt ihren Vater.

Rüter Edelbert war wieder in den Krieg gezogen; allein eines Tages im Herbſte kam er, am rechten Arme ſchwer ver⸗ wundet, zuruͤck auf ſeine Burg. Roſa war ſehr beſtuͤrzt, und empfand das zaͤrtlichſte Mitleid mit dem geliebten Vater. Sie vich nimmer von ſeinem Bette. Sie bereitete und brachte ihm alle Speiſen. Sie half bei dem Verbande der Wunde. und 4 da der Arm nun ſehr langſam beſſer wurde, und Edelbert at mißmuthig an dem Kaminfeuer ſaß, daß er ſeine Pflicht als 5 3 Rittersmann nicht erfuͤllen und dem Herzoge nicht beiſtehen nnne, ſo wußte nur Noſa ihn zu erheitern. Sie ſetzte ſi mit ihrer Stickrahme oder dem Spinnrocken zu ihm. Sf dete von ihrer ſeligen Mutter, und erzählte ſo manche Worte, ſo manche edle Handlungen von ihr, die dem 5

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