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Der Weihnachtsabend : eine Erzählung zum Weihnachtsgeschenke für Kinder / von dem Verfasser der Ostereyer
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kam Anton mit ſeinem Lehrmeiſter an, und das alte Foͤr⸗ ſterhaus in dem duͤſtern Walde beherberget in dieſen Ta⸗ gen ſo ſelige Meuſchen, als je auf Erden gelebt haben.

Was von Antons Geſchichte noch weiter bemerkt zu wer⸗ den verdient, iſt kurz dieſes. Anton bat den alten För⸗ ſter und deſſen Hausfrau, ihm ihre Tochter Luiſe zur Ehe zu geben. Beide bewilligten es mit Freuden.Ach Luiſe⸗ ſprach die alte Großmutter, damals, als du dem Anton jenes Aepfelein zum Weihnachtsgeſchenk gegeben haſt, dach⸗ te ich wohl nicht daran, daß er dich dereinſt als ſeine Braut zum Altare fuͤhren wuͤrde. Das Hochzeitfeſt war erſt noch das freudigſt geſt, das je in dem Foͤrſterhauſe gefeiert wurde. Ante aber kaufte ſich in der Reſidenz ein eigenes Haus, hatte als ein ſehr geſchaͤtzter Maler immer ſehr viel zu malen, und lebte mit Lutſen in der ſe⸗ ligſten Eintracht.

Im folgenden Fruͤhling kam der Fuͤrſt ganz unerwartet auf dem fuͤrſtlichen Jagdſchloſſe Felseck au, und brachte den alten Forſtrach Muͤler und einen auswaͤrtigen forſtverſtaͤn⸗ digen Mann mit ſich. Der Oberforſter war ſehr beſtuͤrzt und verſprach ſich von dieſem gnaͤdigen Beſuche wenig Gu⸗ tes.Sie haben meine Befehle uͤberſchritten, ſagte der Fuͤrſt zu ihm. Ich hatte zwar, durch ihre Berichte ver⸗ leitet, den alten Forſter ſeiner Geſchaͤfte uͤberhoben, und war Willens, den zungen Foͤrſter auf einen ſehr geringen Foͤr⸗ ſterdienſt zu verſetzen; anein die ganze Familieſo unmenſch⸗ lich aus dem Forſthauſe zu verſtoßen, wie Sie es im Sin⸗

ne hatten, war nie mein Wille. Doch wir wollen vor⸗

erſt die Waldungen in Augenſchein nehmen.

Des Oberforſters eigener Bezirk befand ſich in einem klaͤglichen Zuſtande.Auf den Papieren, die er einſchickte, ſprach der Fuͤrſt, fand ich alles vortrefflich. Da war alles ſo ſchoͤn geſchrieben und linirt, wie geſtochen. Allein im Wal⸗