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„Ach Gott! rief die junge Foͤrſterin, ſetzt, in dieſer fuͤrchterlich ſtuͤrmiſchen Nacht! Hoͤrt ihr, wie draußen der Sturmwind braust? Wie es regnet? Wo werden wir gegen Sturm und Regen ein Obdach finden!“ Sie ſank auf einen Seſſel und umfaßte ihre zwei Kinder.„Guter Gott, ſeufzte ſie, ach erbarme Du Dich dieſer Unſchuldi⸗ gen!“ Der junge Förſter ſtand mit gefalteten Haͤnden ſprachlos vor ihr, und blickte ſie und ſeine zwei Kinder mit Augen voll Thraͤnen an.
„O Du mein Gott, ſagte die Eroßmutter ſchluchzend und die Haͤnde ringend, in unſern alten Tagen mit Kin⸗ dern und Enkeln aus dem Hauſe vertrieben zu werden, in dem ich geboren bin, in dem mein Vater und mein Großvater lebten— ach, es iſt ſchrecklich! Guter Gott, laß mich in dieſem Hauſe, in dem ich geboren ward, vol⸗ lends abſterben.“
Catharine weinte ſtille Thraͤnen; Luiſe ſtand zitternd und bebend da, wie ein Lamm, das man ſchlachten will. Der alte Foͤrſter aber mit ſeinem ehrwuͤrdigen Angeſichte, der hohen kalten Stirne und den grauen Seitenlocken blickte lange ſchweigend zum Himmel, und ſprach dann ruhig und gefaßt:„Ja, meine liebſten Kinder, es iſt an dem, daß wir dieſes Haus verlaſſen muͤſſen. Ich weiß keinen Menſchen, der uns alle zugleich in ſein Haus anfuehmen koͤnnte. Wir werden jetzt wohl von einander getrennt werden. Ich hoffe zwar, in eurer Mitte ein ruhiges Alter zu genießen—ihr wuͤrdet, ſo wie ihr jetzt um mich verſammelt ſeyd, in dieſem Hauſe einſt alle an mei⸗ nem Sterbebette ſtehen. Gott beſchloß es anders— wir wollen uns in ſeinen heiligen. Willen ergeben.“
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