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war noch minderjaͤhrig und befand ſich eben auf Reiſen. Es wurde eine Vormundſchaft angeordnet und in dem Laude gieng manche Veraͤnderung vor. Der junge Herr von Schilf, der ſehr reich war und angeſehene Verwandte hatte, wurde Oberfoͤrſter. Mit großer Pracht zog er in das fuͤrſtliche Jagdſchleß Felseck ein, von dem ihm ein Theil zur Wohnung angewieſen wurde. Er war nunmehr der Vorgeſetzte des guten Foͤrſters, und quaͤlte den alten Mann unſaͤglich. Des Tadelns war kein Ende. Der Foͤrſter konnte ihm nichts recht machen.
Der Erbprinz hatte zwar nunmehr die Regierung an⸗ getreten. Allein der Oberfoͤrſter von Schilf, der ſehr abgeſchliffen, gewandt und beredt war, wußte den ober⸗ ſten Forſtmeiſter, der bei dem neuen Fuͤrſten ſehr viel galt, ganz fuͤr ſich einzunehmen, und ward nun gegen den guten Foͤrſter noch uͤbermuͤthiger und feindſeliger, als zuvor.„Ihr taugt nicht mehr zum Dienſte, ſagte er einmal zu ihm: ich werde darauf ankragen, einen brauch⸗ bareren Mann fuͤr den ſchoͤnen Forſt zu bekommen.“ Der Foͤrſter ſagte:„Herzlich gern lege ich mein Amt nie⸗ der. Ich haͤtte es ſchon laͤngſt gethan, wenn der hochſe⸗ lige Fuͤrſt es zugegeben haͤtte. Es iſt alſo mein Sohn Foͤrſter.“„Das waͤre! ſagte Herr von Schilf hoͤhniſch laͤchelnd. Da muͤßte ich auch etwas davon wiſſen.“ Der Forſter berief ſich auf jenes fuͤrſtliche Dekret, deni zu Folge ſein Sohn geheirathet hatte.„Pah, rief Herr von Schilf, ich kenne es wohl.“ Er wußte es ſehr kuͤnſt⸗ lich auszulegen.„Es iſt, ſagte er, blos ein Verſprechen auf Wohlverhalten; nichts weiter. Der Junge taugt aber nichts. Ich werde meinen Mann beſſer zu waͤhlen wiſſen.“


