gleich einer Blume dahingewelkt, gleich den Thieren da⸗ hin modert— nur ſeine Erdengeſtalt zerfaͤllt zu Staub. Es iſt ein unſterblicher Geiſt in ihm: Er iſt ein Engel in ſchwaches Fleiſch und Blut verhuͤllt. Sobald dieſe Huͤlle abfaͤllt, iſt der Engel vollendet— wenn anders der Renſch ſeine Beſtimmung auf Erden erfuͤllt und dem Willen des Schoͤpfers gemaͤß gelebt hat.“
„Sehr gut hat der Maler, außer den groͤßern Thieren noch ein Lamm und ein Koͤrblein voll Fruͤchte angebracht, die man als ein Geſchenk fuͤr das neugeborne Kind am Fuße der Krippe erblickt. Dem Menſchen ſind alle uͤbri⸗ gen Geſchoͤpfe der Erde unterworfen. Er bezaͤmt die ſtaͤrk⸗ ſten Thiere und ſie muͤſſen ihm dienen; ihm giebt das Schaaf Milch und Wolle; ihm bringt die Erde ihre ſchoͤn⸗ ſten Fruͤchte hervor. Nur ein weniges hat Gott den Men⸗ ſchen den Engeln nachgeſetzt, hat ihn mit Ehre und Hoheit gekroͤnt, hat ihn zum Herrn ſeiner Werke gemacht und alles ihm zu Fuͤßen gelegt.“
„Auch der Ort, an dem wir dieſes Kind und ſeine Eltern erblicken, die arme Krippe und der duͤrftige Stall, ſind nicht ohne Bedeutung. Der Menſch bedarf keines Pallaſtes, um hier auf Erden ſeine Beſtimmung zu erreichen. Er kann in der elendeſten Strohhutte zu⸗ frieden leben und ſelig ſterben. Wir erblicken in dem Stalle nur Armuth und Mangel. Allein um wahrhaft gluͤcklich, aller wahren Ehre wuͤrdig und von aͤchtem Menſchenadel zu ſeyn, braucht der Menſch weder Sam⸗ met noch Seide, weder Gold noch Silber. Gerade im Wichtigſten hat Gott keinen Unterſchied unter den Men⸗ ſchen gemacht. Ein armer Stall beherbergt hier die heilig⸗
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