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iſt in des Herrn Riedingers Brief auch noch ein Brief von An⸗ ton eingeſchloſſen; den will ich euch vorleſen.“ Luiſe ſagte: „Ich will nur noch zuvor ein Kerzenlicht holen.“ Wohl, ſprach der Foͤrſter; ich kann dann den Brief mit mehr Bequemlich⸗ keit leſen. Aber eile!“ Luiſe brachte die brennende Ker⸗ ze ſosleich auf einem glaͤnzenden Leuchter von Meſſing. Alle ſaßen bereits begierig im Kreiſe umher. Der Foͤrſter las:
„Liebſte, beſte Eltern und Geſchwiſter! Sie erhal⸗ ten hier ein Weihnachtsgeſchenk, ein Gemaͤlde, das ich mit vielem Fleiße gemalt habe. Es ſtellt den neuge⸗ bornen Heiland in der Krippe vor. Mehrere Kuͤnſtler verſicherten mich, das Bild ſey mir ſehr gut gelungen. Ich wuͤnſche, daß es Ihnen nur halb ſo viel Freude ma⸗ chen moͤchte, als mir die Vorſtellung des Kindes Jeſu in der Krippe machte, da ich das erſte, Mal in Ihr Haus trat. Gewiß wuͤrden Sie dann keine geringe Freude daran haben.“
Ach, daß ich doch mit dem Bilde ſelbſt zu Ihnen rei⸗ ſen, und es Ihnen uͤberreichen koͤnnte! Es iſt zwar da⸗ hier ein herrliches Land! Jetzt, im Monat November, da ich dies ſchreibe, iſt es bei Ihnen wohl ſchon laͤngſt Winter, und Ihr Dach und die Tannen und Eichen um⸗ her ſeufzen unter der Laſt des Schnees. Aber hier pran⸗ gen die Zitronen⸗ und Pomeranzenbaͤume noch mit ſilber⸗ hellen Bluͤthen und goldenen Fruͤchten. Dennoch ſehne ich mich unter all dieſen Herrlichkeiten nach Ihrem laͤnd⸗ lichen Kaminfeuer zuruͤck, an dem ich die ſeligſten Stun⸗ den meines Lebens zugebracht habe.“
„Ihrer Guͤte habe ich es zu danken, daß ich unter dem milden Himmel Italiens lebe, daß ich, wenn ſch


