Fuͤnftes Kapitel.
Ein Weihnachtsgeſchenk.
Da heilige Weihnachtsabend war, ſeit Antons Abreiſe bereits das drizte Mal, wieder angebrochen. Der Foͤrſter kam heute mit ſeinem Sohne Chriſtian fruͤher aus dem Walde nach Hauſe. Es war ſehr kalt. Ber Abendhimmel ſtrahlte gluͤhendroth durch die Fenſter in die Stube. Die runden Scheiben fiengen ſchon an zu gefrieren und ſchim⸗ merten in dem roͤthlichen Abendſchein wie Edelſteine. Der Foörſter ſetzte ſich in ſeinen Lehnſeſſel neben dem großen Ofen. Er legte mehr Holz zu; denn der Ofen war ſo ein⸗ gerichtet, daß man ihn auch in der Stube oͤffnen konnte. Die Flamme loderte bald hoch auf, verbreitete einen wal⸗ lenden Schimmer durch die Stube, ſpiegelte ſich jn den Fenſtern und vermehrte das Funkeln der gefrornen Fen⸗ ſter ſcheiben.
Jetzt kam die Foͤrſterin in die Stube.„Iſt kein Brief von Anton da?“ fragte der Foͤrſter.„Nein!“ ſagte ſie mit betruͤbtem Angeſichte.„Wunderlich! ſprach doͤr Foͤrſter und ſchuttelte den Kopf. Auf den Weih⸗ nachtsabend war ſonſt allemal richtig ein Brief von ihm da. Er ſchrieb immer ſehr ausfuͤhrlich und ſeine Briefe waren mir immer die angenehmſte Weihnachtsfreude. Was treibt der Junge, daß er nicht ſchreibt?“
Kaum hatte der Foͤrſter dieſes geſagt, ſo trat ein
Bothe mit weißangedupftetem Haare in die Stube Er hatte


