36 Foͤrſterin ein neues Kleidungsſtuͤck hinreichte, wurde An⸗
wenn ſie noch lebten, koͤnnten nicht mehr fuͤr mich thun!“
Der Koffer wurde an einen beruͤhmten Maler, dem der Herr Riedinger den Anton empfohlen hatte, vorausge⸗ ſchickt. Denn Anton wollte die ganze Reiſe zu Fuß ma⸗ chen. Chriſtian, unſer Herzensfreund, hatte aber noch fuͤr ein kleines Felleiſen geſorgt, in dem Anton das Noth⸗ wendigſte zum taͤglichen Gebrauche mitnehmen konnte. Endlich kam der Abſchiedstag; Anton wollte nach Tiſche zu Herrn Maler Riedinger in die Stadt ge⸗ hen, und von da aus dann weiter reiſen. Die Förſter⸗ in bereitete ein Abſchiedsmahl, und alle ſpeisten noch einmal mit einander zu Mittag. Es war ein ſreundli⸗ ches, ruͤhrendes Familienfeſt. Der Förſter blickte in dem kleinen Kreiſe umher.„Es herrſchte eine wehmuͤthige Stille.„Nicht doch, meine Söhne und Toͤchter, ſprach er, ſeyd nicht ſo traurig; und auch du, gute Mutter, trockne dieſe Thraͤne da ab. Es iſt nun einmal ſo! Die Soͤhne, zumal wenn ſie bereits erwachſen ſind, muͤſſen hinaus in die Welt: und auch ihr, meine Toͤchter, ſeyd in dem Alter, wo ihr vielleicht das vaͤterliche Haus voerlaſſen werdet. Doch, wenn uns auch Berg und Thal dem Leibe nach trennen, im Geiſte bleiben wir immer vereinigt. Und ſo traurig der Abſchied immer ſein mag; das Wiederſe⸗ hen das uns hier oder dort nie ausbleibt, iſt dann deſto freu⸗ diger!“ Der edle Mann wußte durch froͤhliche Geſpraͤche alle
gen, von dem er ſonſt nur an Feſttagen trank, Er ſchenkte
ton aufs neue geruͤhrt.„Ach wie vieles— wie gar ſo vieles thun ſie an mir! ſagte er. Meine eigenen Eltern,
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wieder zu erheitern. Er ließ eine Flaſche guten Wein brin⸗


