54 zeichnen. Der Meiſter konnte ſeinen Schuͤler jedesmal nicht genug loben.„Unter uns geſagt, ſprach er zum Foͤrſter, er wird ein Kuͤnſtler, dem ich das Waſſer nicht bieten darf.“
Nach einigen Jahren kam Herr Riedinger mit Anton, der nunmehr ein bluͤhender Juͤngling war, wieder ein⸗ mal zu dem Foͤrſter in die Weihnachtsfeiertage. Herr Riedinger blieb nach dem Abendeſſen mit dem Foͤrſter und der Föoͤrſterin etwas länger auf. Anton und die Kinder des Forſters hatten ſich laͤngſt zur Ruhe begeben⸗ Der Foͤrſter und die Föoͤrſterin merkten wohl, daß der Maler etwas auf dem Herzen habe, und es ihnen ſagen möchte. Endlich fieng er an:„Was Anton bei mir ler⸗ nen konnte, hat er gelernt. Er muß nun reiſen; er muß Italien ſehen. Allerdings wird das nicht wenig koſten; allein es lohnt ſich der Muͤhe. Kein Kapital koͤnnte beſo ſer angelegt werden. Ich ſtehe Ihnen dafuͤr; es wird auch reichliche Zinſen tragen und ſeiner Zeit wieder erſetze werden. Was eine ſolche Reiſe koſtet⸗ uͤberſteigt freilich das Vermoͤgen eines Privatmannes. Allein ich habe mir die Sache ſo ausgedacht: Es verſteht ſich, daß An⸗
ton nicht ganz auf fremde Koſten reiſe. Er muß ſelbſt etwas verdienen. Indeß braucht er doch immer anſehnli⸗
chen Zuſchuß; denn er muß auch fuͤr ſich noch freie Zeit behalten, um in der Kunſt weiter zu kommen. Was nun mich betrifft, ſo werde ich das Meinige redlich dazu
beitragen. Ich habe mir es, von Ihrem Beiſpiele er⸗
muntert, nun einmal in den Kopf geſetzt, den Anton umſonſt zu einem Maler zu bilden. Seine Arbeiten, die er bisher lieferte, ſind mir ſehr gut bezahlt worden. Dien


