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Man ſieht es ihm an, wie fluͤchtig er uͤber Stock und Stein wegſetzen kann. Die Hirſche, die ich male, ſtehen ſo lahm da, als wollten ſie alle Augenblick umfallen. Ich weiß kein rechtes Leben in ſie hineinzubringen.“
Der Maler hatte an den ungeheuchelten Lobſpruͤchen des Knaben und noch mehr an deſſen Eefuͤhl fuͤr Kunſt ein großes Wohlgefallen. Er ſagte lächelnd:„Du biſt alſo, ſo viel ich merke, auch ein kleiner Maler?“„Ach, ſagte Anton, bisher meynte ich wohl gar, ich ſey kein kleiner, ſondern ein großer Maler. Jetzt ſehe ich aber wohl, daß ich gar keiner bin.“ Der Maler ſagte:„Ich wuͤnſche deine Malereien doch zu ſehen. Ich werde dich naͤchſtens beſuchen, und da mußt du mir ſie zeigen. Wer ſind deine Eltern und wo biſt du zu Hauſe?“„Ach, ſprach Anton, ich bin ein armer Waiſenknabe. Der Herr Foͤrſter Gruͤnewald hat mich aber an Kindesſtatt ange⸗ nommen.“„Nuun, ſagte der Maler, da biſt du wohl mit ihm verwandt, ein Brudersſohn oder ein Schweſter⸗ ſohn?“„Nein, ſagte Anton, ich kam ganz landfremd in ſein Haus; er und ſeine Frau nahmen mich aber ſogleich auf und hielten mich wie ihr eigenes Kind.“„Das iſt viel, ſehr viel, ſagte der Maler. Doch wie kam denn dieß?“ Anton erzaͤhlte ſeine Geſchichte ausfuͤhrlich. Der Maler hoͤrte ihm aufmerkſam zu, und ſagte am Ende: „Der Föͤrſter und ſeine Frau muͤſſen ſehr edle Menſchen ſeyn. Gruße ſie mir, und ſage ihnen, morgen des Ta⸗ ges werde ich ſie beſuchen, um ihnen im Namen der Menſchheit fuͤr die Liebe, die ſie dir erwieſen, z danken.
Der Maler hieß Riedinger und war vor einem Paar


