Viertes Kapitel.
Antons fernere Geſchichte.
Eines Tages ſchickte der Foͤrſter den Anton mit einem Paar Schnepfen in das benachbarte fuͤrſtliche Jagdſchloß Felseck. Der Verwalter hatte eben einen Gaſt und wollte ihn damit bewirthen. Anton kam unterwegs an einem Waſſerfall vorbei der zwiſchen ſchwarzgruͤnen Tan⸗ nen, weiß wie Schnee, von einem hohen Felſen herab⸗ ſtuͤrzte. Nicht weit davon ſaß ein fremder Herr in einem dunkelblauen Kleide, der den Waſſerfall abzeichnete⸗ Anton gieng hin, ſchaute uͤber die Schulter des Fremden auf das Blatt, und konnte ſich nicht enthalten, laut zu rufen:„O wie ſchoͤn! Ja, das heißt gemalt!“ Er bat um Erlaubniß, das ſchoͤne Gemaͤlde naͤher beſehen zu duͤrfen, und erhielt ſie.„Mir iſts, ſagte er, indem er es betrachtete, als waͤre das Blatt da ein Spiegel, in dem ſich der Waſſerfall, nebſt Felſen und Baͤumen, im Kleinen abſpiegelte. Wie filberhell das Waſſer aus dem geſpaltenen Felſen hervorſchießt, und wie ſchoͤn ſich der weiße Schaum unten zwiſchen den bemoosten Steinen kraͤuſelt! Wie friſch und gruͤn das zarte Moos an dieſem Steine da iſt! Man meynt, man köoͤnne es wegrupfen. Wie keck dieſe rauhen Tannen emporſtarren! Und da haben Sie uͤberdieß noch einen Hirſch hergemalt, der aus dem Bache trinkt. Wie leicht er auf den Fuͤßen ſteht!


