Druckschrift 
Der Weihnachtsabend : eine Erzählung zum Weihnachtsgeschenke für Kinder / von dem Verfasser der Ostereyer
Einzelbild herunterladen

2 ½

nehmes Anſehen zu geben. Allein, mein lieber junger Herr, obwohl Sie Schilf heißen, ſo muͤßen Sie deßhalb doch nicht dem Schilfe gleichen, das innen leer und ohne Mark iſt und ſich nach jedem Luͤftchen dreht. Der junge Herr ſtand wieder auf und bequemte ſich mit zu beten. Er that es aber nicht aus Andacht gegen Gott, ſondern bloß aus Liebe zur Jagd⸗ Am froͤhlichſten war der ehrliche Foͤrſter immer, wenn er ſich in der Mitte ſeiner Familie befand.Was ſoll ich die Freude auswaͤrts ſuchen, ſagte er, da ich ſie zu Hauſe beſſer und wohlfeiler haben kann. Er trank daher nach vollbrachtem Tagewerk ſeinen Krug Bier, und Sonntags ſein Glas Wein daheim, fuͤhrte mit ſeiner Hausfrau vertrauliche Geſpraͤche oder erzaͤhlte den Kindern fröͤhliche und lehrreiche Geſchichten. Wenn er beſonders aufgeraͤumt war, nahm er ſeine Harfe zur Hand⸗Dieſe gilt uns, ſagte er bei den langen Winterabenden in un⸗

ſerm rauhen Walde anſtatt Koncert und Over. Er hatte

in ſeiner Jugend zwar das Waldhornblaſen angefangen;

allein da der Arzt es ihm unterſagte, ſo verlegte er ſich⸗ als ein großer Freund der Muſik, auf die Harfe. Die Foͤrſterin wußte mehrere ſchoͤne Lieder, und der Foͤrſter

begleitete ſie mit ſeinem Harfenſpiel. Auch die Kinder hatten bald einige ihrem Alter angemeſſene Liedchen ge⸗ lernt, und ſangen zuſammen, gleich den Zeiſigen im Walde⸗

Die Kinder des Foͤrſters giengen nach Aeſchenthal⸗ dem naͤchſten Pfarrdorfe, in die Schule. Sobald die Weihnachtsfeiertage voruͤber und die Wege durch den Wald wieder gangbar waren, mußten Chriſtian und Ca⸗

4