erfuͤllt, und mir wieder Vater und Mutter geſchenkt. Ich will aber ihre letzten Worte auch erfüllen, deine heiligen Gebote halten, und beſonders das vierte Gebot gegen mei⸗ ne neue Aeltern recht beobachten.“„Bravo, Anton ſprach der Forten, das thu, und es wird dir wohl gehen. Die Forſterin Mies hierauf dem Knaben eine kleine Kam⸗ mer mit einem keinlichen Bette an, und alle begaben ſich vergnuͤgt zur Ruhe.
Am andern Morgen waren die Kinder ſogleich wieder um die Vorſtellung des Kindes Jeſu in der Krippe verſam⸗ melt. Sie war an dem heiligen Weihnachtsfeſte und dar⸗ auf folgenden Feiertagen und Feſten ihre einzige Freude. 4 Allein dieſe unſchuldige Weihnachtsfreude waͤre bald geſtoͤrt worden. Ein gewiſſer junger Herr von Schilf, der ein großer Jagdliebhaber war, und den Förſter oͤfters beſuchte, kam einmal in die Stube. Er machte uͤber dieſe Art, den Kindern die Krippe Jeſu vorzuſtellen, allerlei ſpoͤttiſche Anmerkungen und konnte nicht finden, wozu dergleichen dienen ſollte.
„Wozu? ſprach der Foͤrſter. Schauen Sie da ein⸗ mal zum Fenſter hinaus, junger Herr! Sehen Sie, tiefet Schnee deckt die Erde, und die Baͤume des Waldes kra⸗ chen unter ſeiner Laſt. Man ſieht keine Blume; nur hier an den gefrornen Fenſterſcheiben ſchimmern Blumen vor⸗ Eis. An den Obſtbaͤumen, die mein Dach umgeben, haͤn⸗ gen keine Aepfel und Birnen mehr, und es iſt kein gruͤnes Blatt mehr daran zu ſehen; alle Aeſte und Zweiglein ſind weiß angeduftet und ganz mit Reifen uͤberzogen, und an dem Hausdache haͤngen lange Eiszapfen. Die armen Kinder hier ſind in der Stube gleich Gefangenen einge: 1
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