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Der Weihnachtsabend : eine Erzählung zum Weihnachtsgeschenke für Kinder / von dem Verfasser der Ostereyer
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ſie blickte nun lange zum Himmel, betete in der Stille, ſegnete mich mit ihren ſterbenden Haͤnden und verſchied. Ich konnte nichts als weinen. Der Bauer und die Baͤue⸗ rin hatten wohl meiner Mutter verſprochen, ſie wollen mich annehmen und mich wie ihr eigenes Kind halten. Sie nahmen das Wenige, was meine Mutter hinterlaſ⸗ ſen hatte, ihre Kleider und einiges Geld, auch wirklich zu ſich; allein ehe drei Wochen vergiengen, ſchickten ſie mich fort, und ſagten, ich haͤtte ſchon dreimal ſo viel verzehrt, als die Hinterlaſſenſchaft meiner Mutter werth ſey. Ich gieng und nahm mir vor, nach Glatz zu meinen Schulka⸗ meraden zuruͤck zu kehren. Allein die Bauern konnten mir nicht ſagen, wo der Weg nach Schleſien gehe. Da irre ich nun ſo im Lande hin und her und bettle; denn was ſoll ich ſonſt anfangen 2☛G

Die Foͤrſterin war ſehr geruͤhrt, und ſagte mit Thraͤ⸗ nen in den Augen zu ihren Kindern:Seht, meine Kinder, ſo koͤnnte es euch auch gehen. Auch ihr koͤnnet Vater und Mutter verlieren, und was wollet ihr denn

anfangen? Darum bittet doch Gott alle Tage, daß Er

euch eure Eltern erhalte. 3 Der Foͤrſter ſprach: Du hatteſt, ſo viel ich ſehe⸗

ſehr rechtſchaffene Eltern, lieber Anton. Allein haſt du

denn gar nichts Schriftliches aufzuweiſen?O ja

wohl! ſagte Anton, und nahm eine Brieftaſche aus ſeinem Paͤcklein.Dieſe Papiere, ſagte er, hat mir meine Mutter noch auf ihrem Sterbebette uͤbergeben.

Sie befahl mir, wohl darauf Acht zu haben, und ſie

nicht aus der Hand zu laſſen. Euch darf ich ſie aber

ſchon ſehen laſſen. Es waren der Trauſchein ſeiner Aeltern,

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