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du haſt dich gewiß verirrt!“„Ach ja, ſagte Anton, ich habe mich im Walde verirrt!“ Alle ſahen jetzt nach der Chuͤre. Die zwei Kinder hatten ein herzliches Mitleid mit dem verirrten Knaben, blieben aber etwas ſcheu ſtehen, weil er ihnen fremd war. Die Mutter gieng mit ihrem Kinde auf dem Arm zu ihm hin, und fragte ihn freundlich:„Wo biſt du denn her, lieber Kleiner, wie heißt du und wer ſind deine Eltern?“„O du lieber Gott, ſagte Anton mit Thraͤnen in den blauen Augen: Ich habe gar keine Heimath mehr. Ich heiße Anton Kro⸗ ner. Mein Vater iſt in dem Kriege umgekommen und meine Mutter iſt den letzten Herbſt vor Jammer und Elend geſtorben. Ich bin hier im Lande ganz fremd und irre in der Welt umher, wie ein verlornes Laͤmmlein.“ Er fieng an zu erzaͤhlen, wie er eben jetzt im Walde in ſo großer Noth geweſen, wie er da aber ihren Geſang ge⸗ hört und ſo den Weg zu ihrem Hauſe gefuͤnden habe. Er wollte weiter reden, allein die Stimme verſagte ihm; es fror ihn noch allzuſehr. In der warmen Stube fuͤhlte er die Wirkungen der Kaͤlte erſt recht. Er zitterte vor Froſt und klapperte mit den Zaͤhnen.
„Ach du armer Anton, ſagte die Mutter, du kannſt ja vor Froſt kaum mehr reden; und hungerig und muͤde mußt du auch ſeyn. Leg dein Buͤndelein ab, und ſitz nieder; ich will dir eine warme Suppe geben, und was ſonſt noch von dem Nachteſſen uͤbrig iſt.“ Die zwei Kinder, Chriſtian und Catharine, nahmen ihm nun voll Mitleid Hut und Stock und das Buͤndelein ab. Catha⸗ rine legte das Buͤndelein auf die Bank; Chriſtian legte ven Hut oben darauf und lehnte den Stecken in eine


