Druckschrift 
Der Weihnachtsabend : eine Erzählung zum Weihnachtsgeschenke für Kinder / von dem Verfasser der Ostereyer
Einzelbild herunterladen

Waldes lag, noch leicht zu erreichen, und gieng muthig in den dicken, finſtern Wald hinein. Er hoffte in dem Dorfe gute Weihnachtsfeiertage zu bekommen; denn er hatte gehoͤrt, die Bauern dort ſeien ſehr vermoͤgliche und gutherzige Leute. Allein er war noch keine Viertelſtunde gegangen, ſo kam er vom rechten Wege ab, und verirrte ſich in die wildeſte Gegend des rauhen, bergigen Wal⸗

watten, und einige Mal verſank er beinahe in Gruben und Schluchten, die unter dem Schnee verſteckt waren. Die Nacht brach ein und es erhob ſich ein kalter Wind. Wolken uͤberzogen den Himmel, und verdunkelten jedes Sternlein, das durch die ſchwarzen Tannenaͤſte funkelte. Es war ſehr finſter und fieng. aufs neue heftig an zu ſchneien.

Der arme Knabe fand keine Spur mehr von einem Wege, und wußte nicht mehr, wo an und wo aus. Muͤ⸗ de von langem Umherirren, vermochte er nicht mehr wei⸗ ter zu gehen. Er blieb ſtehen, zitterte vor Froſt, und ſieng an ſchmerzlich zu weinen. Er legte ſein Wander⸗ pundelein in den Schnee, kniete darneben nieder, nahm ſeinen Hut ab, erhob ſeine ſtarren Hände zum Himmel,

im Himmel! Ach laß mich doch nicht in dieſem wilden Wmalde, in Nacht und Froſt umkommen. Sieh, ich bin na ein armes Waislein, und habe keinen Vater und kei⸗ ne Mutter mehr! Ich habe niemand mehr als Dich⸗ Aber Du biſt ja der Vater aller armen Waiſen. O laß niich nicht erfrieren; erbarme dich deines armen Kindes⸗ Es iſt ja beute die Nacht, da dein lieber Sohn zur Welt

des. Er mußte faſt beſtaͤndig durch tiefen Schnee

und betete unter heißen Thraͤnen:Ach du lieber Vater