19 allerliebſten Tochter, die zum Ungluͤck Braut eines maſſiven Tiſchlers war. Das Maͤdchen hatte den guten Geſchmack, an meiner Politur mehr Geſchmack zu finden, als an dem unge⸗ hobelten Weſen ihres Zukuͤnftigen, vielleicht wollte ſie auch aus bloßer Zuneigung fuͤr den⸗
ſelben einige Feinheit gruͤndlich genug ſtudiren,
um ihr rohes Meubel von Mann einſt damit
firnißiren zu koͤnnen, kurz ſie erwiederte endlich
meine gluͤhenden Blicke, wenn ich zufaͤllig ihr begegnete, darauf begegneten wir uns abſicht⸗ lich, darauf ſtach ich ihr in die Augen, danach ſtach ich ihren Braͤutigam gaͤnzlich aus, und endlich erhoͤrte ſie mein heißes Flehen und nahm meine Beſuche an. Ich war ein gluͤcklicher Menſch und ſehr verliebt, und wurde gegen
alle Regeln immer verliebter, je gluͤcklicher ich
wurde. Das ging eine Weile. Die Alten hatten einen ehrlichen geſunden Schlaf, aber die Eifer⸗ ſucht wachte. Die Kaͤlte meines Maͤdchens machte dem Tiſchler warm, und er klagte bei den El⸗ tern und forderte ſie auf, wachſamer zu ſeyn.


