Teil eines Werkes 
2. Band (1835)
Entstehung
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ter, Verſtand und Gefuͤhl war ein Netz, das ſich mit tauſend unſichtbaren Faͤden durch je⸗ des Wort, jeden Blick, jede Handlung um ſein Herz legte und es unwiderſtehlich zu ihr hinzog. Zuweilen wollte er dem Zauber ihrer

Rede entfliehen und ſtellte ſich ſchlafend; aber

wenn er verſtohlen durch die halbgeſchloſſenen Augen in dieſes liebe, unſchuldsklare Geſicht blickte, durch das man bis in die Seele durch⸗ ſehen zu koͤnnen glaubte, druͤckte er ſich den Pfeil nur tiefer in die Bruſt. Das Schmer⸗ zenslager war fuͤr Beide ein Liebesband; denn nichts verbindet weiche Gemuͤther mehr, als Huͤlfe in Leiden. Der Egoismus guter Men⸗ ſchen beſteht darin, daß ſie gern dem Dulder beiſtehen. Das Wohlthun thut ihnen ſelbſt wohl. Es ſchmeichelt unſerm Stolze, wenn wir einen Nebenmenſchen aus einem Abgrunde erheben

koͤnnen, denn wir geben ihm dadurch neues

Leben, machen ihn alſo zu unſerm Geſchoͤpfe.

Wir erkaufen uns Vaterfreuden, glauben aber

aüch Vaterrechte zu gewinnen. Der Chevalier