Teil eines Werkes 
2. Band (1835)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

273

atte Slemence aus der drohendſten Gefahr ge⸗

rettet, ihr Vater ſelbſt hatte ſie ſeinem Schutze anvertraut, und ſchon dadurch glaubte er ſich auf das Innigſte mit ihr verbunden, waͤhrend

ſie, indem ſie ihn pflegte und ſeine Schwaͤchen

errieth, ſich berufen waͤhnte, ihm eine Stuͤtze zu werden. Natuͤrlich daß, wo die Geſinnun⸗ gen ſich ſo auf halbem Wege entgegenkamen, eine Verſtaͤndigung bald erfolgen mußte. Die ſeelenvollen Blicke, mit denen ſie, ohne daß der Mund ſprach, ihre Gefuͤhle austauſchten, hatten laͤngſt Liebe geſchworen, ehe noch ein Dritter etwas ahnte. Bei alledem wunderte ſich Herr von Bievre, der ſeinen Freund kannte, keinesweges, als dieſer ihm eines Tages in Gegenwart Clemences den geſchloſſenen Bund anzeigte. Er hatte ihren Werth in ſtiller Beo⸗ bachtung erkannt und war uͤberzeugt, daß der Chevalier keine ſchoͤnere Wahl treffen koͤnne.

Nur der Gedanke an die verſchollene Schweſter Anna truͤbte zuweilen die heitern Plaͤne, welche fuͤr die Zukunft entworfen wurden, und als

II. 18