denen Karakter, der Sicherheit ihres Taktge⸗ fuͤhles leicht, ohne Scheu in die Pflichten, welche ihr oblagen. Nur ihr einſames Zimmer ſah die Thraͤnen, welche ihr der Schmerz uͤber den Verluſt ihres Vaters und ihre verlaſſene Lage entriß. Gern lieh ſie den heitern Scherzen des Herrn von Bievre ihr Ohr, mehr an der
Abſicht, als dem Scherze ſelbſt ſich erfreuend,
um ſo mehr, da man dem Marquis ſelbſt das Gezwungene ſeiner Laune anmerkte, und der
Truͤbſinn der Zeit auch den blinkenden Spiegel ſeines Gemuͤths nur zu ſehr verdunkelt hatte.
Lieber jedoch betrachtete ſie ſtill fuͤr ſich ſinnend
den unruhigen Schlummer des Kranken. War
ſie doch von ihrem Vater ſelbſt an ihn, als
ihren Schirmer, gewieſen worden. Ihre Haͤnde
waren von dem Sterbenden zuſammengefügt
worden und an dieſen Augenblick knuͤpfte ſie
eine ganze Zukunft. Die letzten Ereigniſſe hat⸗ ten ihr ganzes Weſen aufgeregt, und wenn die Phantaſie eines Maͤdchens einmal erwacht iſt, ſo findet ſich ſchnell das Bild zu dem Rahmen,


