———
368
geſchworen, ihre Söldner erwarten dich, während ſie ſelbſt in Nürnberg ſchwelgt.
Gregor fürchtete ſich nicht; aber ſein Weib, das lebendige Herz ſeines früheren Beſitzes, war doch die Seele, welche ihn zog, er wendete ſich um und ſtieg die Straße nach Nürnberg hinab. Richard ſah ihm vergnügt nach und eilte den Schloßberg hinauf, ſo⸗ bald Gregor hinter den Bäumen verſchwunden war.
Schweigend in ihrem weißen Gewande ſaß Apha⸗ naſia oben im Saale, eine Uhr ſtand auf dem Tiſche, ein Dolch lag daneben. Richard's Herein⸗ ſtürmen wies ſie blos mit einer unwilligen Hand⸗ bewegung ab, und mit kaltem Tone ſprach ſie blos: „Um zwölf!“
Auf keine Rede, auf kein Geſpräch ging ſie ein, wie ein Marmorbild ſaß ſie da, Richard mußte zu einem Buche flüchten. Es ward todtenſtill, der Zeiger rannte, die dunkle Nacht fiel mit goldnen Sternen herab, die Feuerwürmchen ſpielten hin und her außerhalb der Fenſter; es ſchlug eilf Uhr auf dem Schloßthurme, Richard lächelte, Aphanaſia


