Teil eines Werkes 
2. Band (1837)
Entstehung
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das ſtolze Schloß, einſt ſein Schloß, thronte. Die Teraſſen waren verwildert, der Haſe und der Fuchs ſprangen aus dem wirren Weingeranke.

Auf dem erſten Abſatze hielt zu Pferde Herr von Richard, nur wenige Stunden waren noch übrig, dann verfiel ihm die ſchöne Frau. Man fühlt ſich ein ganzes Jahr ſicher, aber die letzte Viertelſtunde fürchtet man Alles. Und hier traf es ein, der einzig gefährliche Prätendent ſtand vor ihm. Dies Wunder des Romans, daß der Rechte im letzten Momente eintritt, iſt ein ſtets wiederkehrendes Wun⸗ der der Weltgeſchichte: die Dinge reifen in beſtimm⸗ ten Zeiträumen, und wenn die Frucht plötzlich ab⸗ fällt, ſo verwundert es nur den, welcher Zeit und Geſetze nicht kennt.

Richard wehrte ihm den Zugang, Gregor aber, der in ſeine innere, volle Exiſtenz wieder feſt gerüttelt war, riß ihn vom Pferde und warf ihn in die Wein⸗ ranken, das Roß galloppirte in die Fläche hinab.

Geh hinauf, Bandit, rief der Niedergeworfene, hole dir den Tod, dein früheres Weib hat dir Rache