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begleiten; aber was ich auch thun mag, du heißt alles gut!. Am andern Morgen war er da, bewaffnet mit dem rothen Kreuz auf weißem Harniſch. Emma hatte ihr ſchönes Haar mit Blumen gekränzt. Sie empfing ihn mit einem Engelslächeln unten an der Burg. 8 Da tänte es weit her aus dem Thale— ſie lä⸗ chelte ihm zu— wie der Hörner Ton, und von den Höhen her der Hirten Alphörner; da blitzten aus dem Walde die Lanzen, da flatterten in der Morgenſonne ſchön die mit Blumen bekräͤnzten Ban⸗ ner, und ein langer präͤchtiger Zug der Ritter zog ein ins Thal.. Rudolph reichte Emma die Hand. So leb wohl, Emma. Ich ſteige zu Pferde, dich zu begleiten. Treue! Treue, ewig Treue, Rudolph! Er ſtieg zu b Pferde, ſchlug das Viſier nieder, und ergriff die Lanze. Er ſprengte zu den Rittern, und ſchloß ſich 4 an. Näͤher kam der Zug. Aber der Graf war nicht bey dem Zuge. An der Spitze zog der edle Karbi⸗ eres. Er ſtieg ab, und kniete vor Emma, die ru⸗ hig lächelnd da ſtand. Er ſchlug das Viſier empor⸗ und ſagte laut: mich ſendet Herr Rudolph Graf von Greyerz, mein und dein Lehnsherr, dich Fraͤu⸗ lein Emma von Montſalvans auf ſeiner Vaͤter Burg zu entbiethen, den Thurm Vanel, mitten in den Kreis ſeine Ritter und Dienſtmannen. Mir gebotrh er, dich als ſeine Braut zu begrüßen, und dich zu


