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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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191 ich die Roſe vom Blut rein gewaſchen, und meine Bruſt. Es iſt alles, alles gut!

Sie erzählte nun die ganze Begebenheit, und ſchloß mit den Worten: glaubt mir, ſo mußte alles kommen! damit wir alle beſſer würden. Ich bin ru⸗ hig; denn ich bin meiner gewiß.

Sie kehrte dann mit Rudolph nach Sanct An⸗

nen zurück. Sie ſetzten ſich an den Fuß des Altars.

Dich liebe ich Rudolph, hob ſie laͤchelnd an, du weißt wie treu. Er rettete mir Leben und Ehre mit ſeinem Blut. Ich nahm die Roſe und du mein Herz. Kannſt du das dunkle Räthſel löſen? Er wird mich in drey Tagen ich ſage dir's zuvor nach Greyerz entbiethen laſſen. Treu bin ich dir, Ru⸗ dolph. Zweifle nicht, obgleich er mich mit Blut ge⸗ wonnen hat. Verlangſt du mehr?

Nein, Emma, ſey mir treu, und dann thue,

was dir gut dünkt.

Und du willſt gut heißen, alles, alles, was ich thue, Rudolph!

Er ſah ihr unruhig in's bittende Auge; aber er ſagte ja, und ſchwor es bey der Heiligen Altar. Nun, ſo laß uns dieſe drey Tage glücklich ſeyn, mein Rudolph..

Sie waren es, o ſie goß einen ganzen Himmel voll Seligkeiten, uͤber des Geliebten Herz in den drey Tagen. Niemand wußte ihren Entſchluß. Am Ende des dritten Tages bath ſie ihn, am andern Morgen

anz fruͤh und bewaffnet zu kommen. Du ſollſt mich

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