dolph— er meiner Ehre Retter war. Aber da ſi⸗ ſterte die Geſtalt mit dem weißen Haare, das auf ſeinen goldenen Harniſch ſiel, mir leiſe zu, und be⸗ fahl mir die Roſe zu nehmen. Da griff ein kalter Geiſterſchrecken in meine Seele. Ich nahm die Blu⸗ me, und ſieh, ſie iſt mit Blut beſpritzt. Ich drückte ihn an meine Bruſt, und ſieh, Blut hat meine erſte Umarmung geweiht, meine Liebe erkauft. Da ver⸗ lor ich die Beſinnung. Da— 3 Beruhige dich, Emma. Was dir ſo wunderbar ſcheint, iſt nichts als Schrecken, Angſt, Dankbar⸗ keit und Liebe. Sieh um dich her, Emma! da biſt du wieder im ſtillen Thale deiner Mutter. Sieh, da iſt Sanct Annen⸗Capelle, dort iſt— Laßt nich allein hier bethen; das wird mich beruhigen, honpd. Verkünde der Mutter wo ich bleibe.
Rudolph ging zu der Mutter, welche die Ankunft ihr er Tochter ſchon wußte. Er erzählte ihr, daß Em⸗ ma die Roſe von den Grafen genommen, und wie alles ſo wunderbar ſich geſtaltet, daß es faſt ein Wunder ſchiene. Er hielt die Mutter ab, Emma zu ſtören. Glaubt mir, ihr Herz findet ſich im Ge⸗ beth am ſicherſten wieder.
Da kam endlich Emma. Auf ihrem Geſicht lag ein heiliges Laͤcheln, ein ernſt⸗himmliſches. Sie umarmte ihre Mutter, ſie reichte dem Geliebten zart⸗ lich die Hand. Ich habe zu Sanct Annen Ruhe ge⸗ wonnen, Rudolph. Sieh, im klaren Quell hab
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