— 187— por. Da ſchlang ſie die Arme um ſeinen Nacken, und ſchloß den Lebensretter, den Ehrenretter an ihre Bruſt, und ſein Blut ſtrömte über ihre Bruſt.
Da ſcholl es laut draußen: Sieg! Sieg! und des Grafen Vaſallen, und die Knappen mit Fa⸗ ckeln, und die Banner mit den eroberten Bannern drangen in das Gewölbe. Sieg! rief der Ehren⸗ herold, und die feindlichen Banner wurden dem Grafen zu Füßen gelegt.
Stille! geboth der Herold. Dann hob er an: Sieg, Graf Rudolph! Gott iſt zu Gerichte geſeſ⸗ ſen! da liegt der Verbrecher im blutigen Staube! das edle Fraͤulein Emma von Montſalvans iſt ge⸗ rettet. Der edle Graf Rudolph hat ſie mit ſeinem Blute erkauft! Ihrer Ehre Retter, ihr Lebensret⸗ ter! ſo ſagt ſie ſelbſt. 4
Emma hing an des Grafen Halſe, außer ſich vor Dankbarkeit und Entzücken. Dann wollte ſie das Knie vor ihrem Retter beugen. Aber da kniete der Graf ſtumm vor Emma nieder, zog von ſeinem Herzen die goldene Roſe hervor, die von ſei⸗ nem Blute beſpritzt war, und reichte ſie Emma hin, und alles Volk rief: Heil dem Retter! Heil der ge⸗ retteten, und die Banner beugten ſich über das edle Paar. Emma erblaßte, erbebte, ſie wollte re⸗ den; aber, Heil, Heil! rief das Volk unabläßig. Emma nahm die Roſe nicht, die des Grafen Hand ihr geduldig vorhielt. Der alte Karbieres nahm den Helm von ſeinem grauen Haupte, und ſagte zu


