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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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Emma riß ſich von ihm los, und ging wieder in ihr Gemach.

Aber da ſah ſie von dem Gipfel des hohen Rübli eine Nauchwolke empor ſteigen, und weit in der Ferne ſtiegen Rauchwolken empor, und von der Burgwarte ſchmetterte Saleys Heerhorn in die Thaͤler, und ringsum brennten auf den Höhen die Huthfeuer, rund von Berg zu Berg töͤnten die Hör⸗ ner, und riefen Saleys Dienſtmannen zuſammen.

In der Burg hörte ſie das Geraſſel der Waf⸗ fen, das Geſchrey der Männer. Steine und große Schleiderpfeile wurden auf die Mauer gebracht. Im Thale zogen die Bannerheere zum Schutz der Burg. Ihr Herz ſchlug, ſie bethete zu St. Annen für ihre Freunde, für ihre Feinde, und der Abend verhuͤllte die Thaͤler. Roth brannten am Himmel die Feuer auf den Bergen in der ſtillen Nacht. Der Mond ging ſtill über die unruhige Erde, und freundlich glaͤnzte er in Emmas naſſen Augen. Hin⸗ ter ihm kam ſtill die Morgenröthe, und beſtreute die Gletſcher mit Roſen, dann ſtieg die Sonne auf hin⸗ ter den Sametſch. O, rief Emma, die gefaltenen Hände aus dem Fenſter emporſtreckend: o ihr ſchö⸗ nen Himmelskörper, warum ſchaut ihr ſo ruhig auf die verbrechenvolle Erde?

So rief ſie, da ſah ſie es in der Ferne ſchim⸗ mern, und aus dem Walde tönten leiſe die Hör⸗ ner. Da brach hervor ein Ehrenherhold in des Grafen Feſte, von zwey Knappen begleitet. Er 3

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