— 180—
ſagte er heftig: du biſt in meiner Gewalt. Ver⸗ gebens ſiehſt du nach Hülfe aus, denn du biſt auf Luzens. Ich lache der Macht des Grey erzers. Keine ſeiner Blumen, womit er dich bethoͤrt, keine Wünſchelruthe wird hier finden. Gib mir deine Hand, und du biſt die Königinn meiner Burgen. Bedenke es wohl, drey Tage gebe ich dir, und ſagſt du nein! ſo ſchwöre ich dir, ſo biſt du mei, ohne den Segen der heiligen Kirche, ohne Sakramenr, ohne geweihte Kerzen, ohne geweihtes Waſſer, du kennſt mich! Siehſt du, du ſchäͤndlicher Mann, ſiehſt du dort den Rübli, und links den See. Ich bin in Saley, und meine Freunde werden mich ſin⸗ den, und dir auf deinen Kopf vergelten.
Drey Tage! rief Saley wüthend, und verließ das Gemach. Sie ſah nach dem Rübl, nach allen Wegen, die daher führten, aber alle waren ſie Menſchenleer. Die Sonne ſenkte ſich in den ſchö⸗ nen See, da hörte ſie aus der Tiefe von Rudolphs Saitenſpiel das Lied an die Geliebte; ſie hielt die brennende Wachskerze aus dem offenen Fenſter, und ſang mit zitternder Stimme eine Zeile von ihren Geſang von Sanct Annen, und jauchzend klang aus dem Thale die Stimme: Nun biſt du mein! Im Tod und Leben mein. Da wurde al⸗ les Stil.
Am anderen Morgen ſuchte ihr Auge und ſie Rudolphen in der Kleidung eines Meiſterſäͤngers unten. Sie warf ihren Schleyer hinab, mit den
———— ⁄—⁄*—


