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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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179 Farbe noch Feldzeichen getragen. Die Raͤuber führten Emma auf öden, gefährlichen Pfaden, über Hohen durch Abgründe. Die Nacht brach an. Sie kamen über einen breiten Strom bey Nacht, und zurück, über Nebenhügel, um ſie irre zu füͤhren; aber am andern Morgen ſah ſie hinter ſich die hohe Stirn des Rübli, und ſeitwärts den ſchönen Genferſee, und am dunkeln Abend trugen

die Maänner ſie auf ſteilen Pfaden die Felſen hinan, über ſchmale Brücken, welche über Abgründen la⸗

gen, bis vor das feſte Thor einer Burg. Das Thor öffnete ſich, Aund ſchlang das zitternde Mäd⸗ chen in ſeine lange Nacht. Erhellende und verir⸗ rende Fackeln leuchteten ihr durch Gewölbe, Wen⸗ deltreppen hinan, imuer höher in ein Gewölbe, wo ſie eine alte Frau fand, die mit einem grinſen⸗ den Lacheln ſagte: willkommen, ſchönes Kind, auf Luzens. Da zitterte Emma, denn Luzens war ein Thurn jenſeits des Stroms der Rhone in fin⸗ ſterm Wald, auf ſteiler Höhe, unangreiflich, dem Grafen von Savoyen gehörig. Wer ſollte ſie hier retten? Wer konnte nur wiſſen, daß ſie hier war? Sie rang die Hände, ſie gab ſich verloren. Am andern Morgen trat ſie an das vergitterte Fenſter und ſchaute umher. Da ſah ſie vor ſich den hei⸗ miſchen Rübli und ſeitwaͤrts die Rhone, und ſie erkannte, daß ſie ihn Saley ſeyn müßte. Nun trat Saley zu ihr ins Gemach, mit finſterer Stirn

und mit ungewiſſem Blicke. Ich liebe dich, Emma,